Liebe Freunde und Freundinnen der Aquaristik

Einige Jahre lang habe ich nachfolgend aufgeführte Fische gehalten und nachgezüchtet. Inzwischen kann ich mich nicht mehr so sehr darum bemühen und halte nur mehr einige Restbestände der einen oder anderen Art. Jedoch möchte ich meine Erfahrungen über diese Tiere hier zur Verfügung stellen um anderen Aquarianern zu helfen, ihre Tiere richtig zu pflegen. 

Aphyosemion filamentosum  Fadenprachtkärpfling

Betta smaragdina  Smaragdkampffisch

Phenacogrammus interruptus Kongosalmler

Chromaphyosemion splendopleure

Tateurndina ocellicauda Schwanzfleckgrundel

Otocinclus (vittatus ?)

Hinweise zur Jungfischaufzucht

ein bisschen über mich

Aphyosemion filamentosum - Fadenprachtkärpfling

Aphyosemion filamentosum, junges Männchen kommt aus Westafrika (westliches Nigeria, Togo), lebt dort in Tümpeln und wird ca. 5 cm groß. Dieser Prachtkärpfling ist nicht so robust wie viele andere Arten. Es ist auch nicht ratsam, ihn mit größeren zusammen zu pflegen. Ich hielt meine Zuchtgruppe in einem 30 l-Becken bei zwischen 20 und 24 Grad C schwankenden Temperaturen und in weichem, leicht saurem Wasser. Die Einrichtung bestand aus Anubias barteri var.nana und einer Torf-Kokosfaser-Fläche in einer Ecke, die die Fische zum Ablaichen benutzten. Nach einer Phase mit üppiger Fütterung mit Mückenlarven und Wasserflöhen bei höherer Tagestemperatur saugte ich das Laichsubstrat mit einem dicken Schlauch ab, füllte es in ein Gefäß und ließ das überschüssige Wasser ablaufen. Das Gefäß blieb einige Tage offen stehen, bis das Material nur mehr mäßig feucht war, dann wurde es verschlossen. Den Fischen gönnte ich ein paar kühle Tage bis zum nächsten Zuchtversuch. Sie sind nicht sonderlich produktiv, deswegen ließ ich die Eier einiger Wochen zusammenkommen, ehe ich  4 Wochen nach der letzten Trockenlegung aufgoss. Die Jungfische sind winzig und verhalten sich recht unauffällig, sodass ich oft nur auf Verdacht Pantoffeltierchen in das 10 l-Becken gab, in das ich tags zuvor das Laichsubstrat mit den Eiern gegeben hatte. Wenn die Jungfische ein bisschen gewachsen waren und schon munter herumschwammen, kamen Artemien dazu. Dieses Futter musste ich etwa 2 Monate füttern, nach und nach wurde es durch fein zerriebene FD-Artemien und lebende Cyclops ergänzt, später kamen auch andere FD-Sorten, Daphnien und Mückenlarven hinzu. Wenn die Jungtiere groß genug waren, wurden sie zur Zuchtgruppe gesetzt. Um Inzucht zu vermeiden, wurde ab und zu das dominante Männchen "in Pension geschickt", sodass ein anderes seinen Platz einnam.
Gelegentlich kommt es vor, dass der eine oder andere Fisch die gelegten Eier als Futterquelle entdeckt. Gelingt es nicht, diese Tiere auszuforschen und aus der Zuchtgruppe zu entfernen, muss mit Kurz-Zuchtansätzen gearbeitet werden. Dabei werden Männchen und Weibchen getrennt gehalten und nur für einen Tag, an dem alle gut gefüttert und daher satt sind, zusammengesetzt. Am Abend wird das Laichsubstrat wie oben erwähnt behandelt.

Betta smaragdina - Smaragdkampffisch

Betta smaragdina - Männchen kommt aus Nordost-Thailand und wird ca. 7 cm groß. Diese Art machte mir etwas Kopfzerbrechen. Zwei Mal ließen sich nur ein paar Jungfische von einem Paar aufziehen, jedesmal war es fraglich, ob die Weiterzucht gelingen würde. Dabei ist sie normalerweise einfach. Gepflegt wird der Smaragdkampffisch bei ca. 10 Grad dGH und 24 Grad C. Wichtig ist eine Beckenabdeckung, damit die Luft über dem Wasser nicht zu kalt ist, und auch damit die Fische nicht herausspringen. Besonders sprungfreudig sind sie bei der Fütterung, Aufmerksamkeit ist angebracht. In einem großen, gut bepflanzten Aquarium kann man mehrere Männchen halten, es ist sogar vorteilhaft, denn allein gehaltene Männchen huschen oft nur als Schatten durchs Aquarium. Ihre Schönheit entfalten sie nur bei der Balz oder beim Imponieren. Beim Kampf kommt es nicht zu ernsthaften Verletzungen, die Flossen heilen schnell wieder. 
Zur Zucht setzte ich ein Männchen mit zwei oder drei Weibchen in ein 30 l-Becken mit dichtem Pflanzenwuchs und erhöhte die Temperatur. Wichtig sind ein ruhiger Wasserspiegel und Pflanzen an der Oberfläche. Die Nestbaufähigkeit der Männchen ist unterschiedlich. Manche spucken bloß ein paar Blasen zusammen, die rasch wieder zerfallen. Andere türmen einen Schaumhaufen auf, der tagelang erhalten wird. Natürlich bevorzugte ich letztere für die Zucht. Damit sie auch in der Nacht das Nest erhalten konnten, ließ ich den "Mond", eine schwache Glühbirne, leuchten. Die Pflege der Brut überließ  ich dem Vater, bis die Jungen herumschwammen. Dann saugte ich sie mit einem dünnen Schlauch ab und überführte sie in ein 10 l-Becken, wo sie zunächst mit Pantoffeltierchen, später mit Artemien und Mikrowürmchen gefüttert wurden. Wenn sich das Labyrinth entwickelt und sie Luft von der Wasseroberfläche holen, nehmen sie auch dort schwimmendes Futter auf. Es ist kein Problem, sie mit verschiedenen FD-Futtersorten zu füttern, aber auf lebendes bzw. gefrorenes Futter sollte man nicht verzichten. Flocken wurden von meinen Fischen nie angenommen.
Zuletzt sind einige Jungfische unbeabsichtigt in einem dicht bepflanzten 90 l-Becken aufgewachsen, in dem neben dem Kampffisch-Paar einige Guppys und Grundeln lebten. Daher wurde auch feines Futter (feines Granulat, zerriebene Tabletten) gegeben, und die kleinen Kampffische wuchsen dabei recht gut heran. 

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Phenacogrammus interruptus - Kongosalmler 

Phenacogrammus interruptus, 
zwei junge Männchen Wie der Name schon sagt, kommen diese Fische aus dem Fluss Kongo und Umgebung. Die Männchen sollten bis 8,5 cm groß werden, die Weibchen etwa 6 cm. Die Eltern meiner Tiere wurden von Herrn Dr. Anton Lamboj vom Kongo mitgebracht. Anfangs hielt ich sie in einem 60 l-Becken, doch sie verweigerten die Nahrungsaufnahme. Dann setzte ich sie in ein 110 l-Becken zu ein paar anderen Fischen, wo sie sich nach einer Weile eingewöhnten. Es war nicht einfach, von ihnen Nachwuchs zu erhalten, selbst bei 3 Grad dGH und pH 5 schlüpfte nur ein geringer Prozentsatz aus den Eiern, die ich  bergen konnte, und das waren auch nicht gerade viele, da die Kongosalmler über dichtestem Pflanzengewirr ablaichen, was den Einsatz eines Laichrostes sinnlos macht. Es war nötig, spezielle Auffangbehälter zu konstruieren, die zwischen die Pflanzen gesteckt wurden. 
Die Weiterzucht gelang mit einer Gruppe aus drei Männchen und drei Weibchen der F1-Generation, die in unseren Wintermonaten alle 8-10 Tage ablaichten. Die Eiauffangbehälter wurden mit Kokosfasern gefüllt, die den Eiern ein günstiges Milieu boten, sodass im Becken nur mehr ein pH-Wert von 6  nötig war. Die Eier wurden zusammen mit den Kokosfasern in ein 10 l-Becken mit Wasser aus dem Zuchtaquarium überführt, dann brauchte ich nur mehr zu warten, bis die Jungfische schwammen. Sie erhielten zunächst Pantoffeltierchen, ab der zweiten Woche auch Artemia-Nauplien. Nun wurde das Wasser allmählich auf 10 Grad dGH aufgehärtet. Trotzdem trat öfters Oodinium auf, der Parasitenbefall ließ sich mit Kochsalz und Temperaturerhöhung jedoch gut behandeln. Im Alter von 2 Monaten waren die Kongosalmler ca. 2 cm groß und nahmen so ziemlich jedes Futter an, das in ihr Maul passte. Mit 3 Monaten (3 cm) begannen sich die Schwanzflossenränder weiß zu färben. Bald konnten die Geschlechter unterschieden werden. Erst mit einem Jahr sind die Kongosalmler als "erwachsen" zu betrachten. 
Für mich ist die Wildform viel schöner als Zuchtformen mit übertriebenen Fransen, weggezüchteten Farben (was dann wohl als blauer Kongosalmler bezeichnet wird) oder Kleinwuchs. Alte Männchen können aber auch bei der Wildform recht imposante Flossen entwickeln.

Chromaphyosemion splendopleure "Muyuka"

aus dem Küstenbereich des südöstlichen Nigeria, Kamerun, Äquatorial-Guinea und dem nordwestlichen Gabun wird ca. 6 cm lang.
Diese Art wurde mir auf einem Tauschtag aufgeschwatzt. Es waren Jungtiere, das Männchen entwickelte sich leider nicht zu einem brauchbaren Zuchttier. Später erhielt ich ein schönes Männchen aus einer anderen Zucht. Der deutsche Name - Glanzflossen-Prachtkärpfling - gefällt mir trotzdem gar nicht. Die bunten Farben anderer Prachkärpflinge fehlen ihnen völlig, und glänzende Flossen ...? Da scheint mir jemand verzweifelt irgendeinen positiven Namen gesucht zu haben.  Für mich ist es einfach der Ildefonso-Fisch: eine helle Schicht, eine dunkle Schicht, eine helle ... 
Meine Gruppe drückte sich meistens im dichten Pflanzenwuchs des Wohnzimmerbeckens herum. Solange es mehrere Tiere waren, war auch immer wer zu sehen. Als sie weniger wurden, sah ich nur mehr selten was von ihnen.. Unbepflanzte Becken sind allerdings auch keine Lösung, dann sind die Fische blass und kleben in den Aquarienecken. Eigentlich hatte ich an der Nachzucht zunächst kein großes Interesse. Doch dann stellte ich fest, dass einige Jungfische so scheu und geschickt waren, dass sie im Gesellschaftsbecken groß wurden. Um den Bestand zu erhalten, nahm ich zusätzlich gelegentich eine Handvoll Schwimmpflanzen aus dem Wohnzimmerbecken und überführte es in ein Aufzuchtbecken mit irgendwelchen anderen Jungfischen. Fast immer wuchsen dann zwei oder drei Jungfische auf. Leider endeten meine Zuchtversuche damit, dass ich zuletzt nur mehr Männchen aufziehen konnte. Zukäufe von anderen Aquarianern änderten daran nichts, bei der nächsten Generation waren es wieder nur Männchen. Schließlich habe ich die Versuche aufgegeben.
An die Wasserwerte werden keine besonderen Ansprüche gestellt, die Temperatur kann bei ca. 24 Grad C liegen, gefressen wird am liebsten von der Wasseroberfläche oder knapp darunter, allerdings keine Flocken.

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Tateurndina ocellicauda - Schwanzfleckgrundel

Tateurndina ocellicauda lebt in Neuguinea in Flüssen und Teichen des Tieflandes von Ostpapua und wird ca. 4 cm groß.
Dieser Fisch ist nicht sehr schwimmfreudig und daher gut für kleinere Aquarien geeignet. Die optimale Temperatur liegt bei ca. 22 Grad C. Zur Vergesellschaftung eignen sich andere ruhige Fische gleicher Größe, auch mit Apfelschnecken vertragen sie sich gut. Nicht geeignet sind gierige Fresser, denn die Grundeln haben es mit dem Fressen nicht eilig, sie gehen auch nicht gerne an die Wasseroberfläche. Am besten füttert man sie mit Lebendfutter, gefrorenem Futter oder Tabletten. Flocken haben sie bei mir noch nie genommen. Zur Fortpflanzung brauchen sie enge Höhlen, bevorzugt wird, was gleichzeitigen Körperkontakt oben und unten bietet. Als sehr praktisch erwiesen sich fingerdicke Röhren, einfach auf den Boden gelegt oder mit Saugnäpfen an der Scheibe befestigt. Ein zur Zucht ausgewähltes Paar setzte ich in ein 30 l-Becken (in dem meist auch ein paar andere Fische schwammen, die störten nicht weiter). Das Männchen bezog meist gleich die Höhle und versuchte das Weibchen von dieser Wohnung zu überzeugen. Wenn auch das dicke Weibchen einen Tag lang nicht zu sehen war und danach dünn wieder zum Vorschein kam, hielt ich die Höhle an beiden Enden zu und überführte sie mit dem darin befindlichen Mann in ein 10 l- Becken. Ab und zu kam er hervor und fraß von dem angebotenen Futter. Wenn er nach ca. einer Woche im Aquarium herumsauste und Jagd auf etwas kaum Sichtbares machte, musste er schleunigst herausgefangen werden. Die Kleinen wurden erst mal mit Pantoffeltierchen versorgt, bald erhielten sie auch Artemianauplien. Sie wuchsen langsam und weigerten sich lange unbewegtes Futter anzunehmen. Es soll nicht verschwiegen werden, dass ab und zu eine Grundel tot im Aquarium lag, ohne dass eine Ursache zu erkennen war. Überdies sind die Grundeln auch nicht sonderlich langlebig, sodass der Grundelliebhaber sie jedes Jahr nachziehen sollte, um den Bestand zu erhalten.

Otocinclus (vittatus ?)

Otocinclus Die Wildfänge, die ich kaufte, wurden ohne genauen Artnamen angeboten.  Sie pflanzten sich ohne besonderes Zutun in einem 60 l-Becken fort. Dieses war mit einem Filter ausgestattet, der für eine kräftige Strömung sorgte. Es war dicht mit großen Cryptocorynen (ich weiss schon, das passt geografisch nicht, aber sie wuchsen so schön, und den Otocinclus war es sicherlich egal) "zugewachsen", sodass die Fische kaum zu sehen (und schon gar nicht zu zählen) waren. So konnte ich die Paarungen nicht beobachten, doch schon einen Monat nach Einsetzen der Otocinclus entdeckte ich Jungfische an der Scheibe. Es wurden immer mehr, und sie wuchsen ordentlich. Die Wasserhärte lag um 5 Grad dGH schwankend, mal mehr Regenwasser, mal mehr Leistungswasser, Temperatur 22 - 24 Grad C. Gefüttert wurden zerbröselte Algentabletten, die sich auf den Blättern ablagerten und von dort abgeweidet wurden. Der Boden wurde von ein paar Corydoras sauber gehalten, die natürlich auch anderes Futter erhielten. Möglicherweise naschten die Otocinclus auch etwas davon. 
Leider habe ich mich dazu verleiten lassen, die hässlichen, schwarzen Bartalgen mit einem speziellen Algenmittel zu bekämpfen, das auch die gelegentlich auftretende Cryptocorynen-Fäule bekämpfen sollte. Zu spät bemerkte ich, dass die Welse die Futteraufnahme eingestellt hatten, und dann waren sie nicht mehr zu retten. 

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Anmerkung zur Jungfischaufzucht

Jungfische, die zwar von Anfang an Artemia-Nauplien bewältigen konnten, sich damit aber offensichtlich schwer taten, erhielten von mir zu Beginn Pantoffeltierchen und Essigälchen. Es scheint ihnen besser zu bekommen, wenn sie den ganzen Tag lang kleine Happen zu sich nehmen, als wenn sie zweimal am Tag einen riesigen Brocken verschlucken müssen. Besonders bei kleinen Killifischen habe ich festgestellt, dass frischgeschlüpfte Jungtiere zwar Artemien hinunterwürgen, dann aber zu einem großen Teil sterben. Außerdem ist das Wachstum von Anfang an gleichmäßiger, denn ob einer 100 und der andere 110 Pantoffeltierchen frisst macht nicht so viel Unterschied wie 1 oder 2 Nauplien. Ich besitze einen reinen Pantoffeltierchenstamm, der mit Kohlrabistückchen gefüttert wird. Durch Zugabe einer entsprechenden Menge kann sehr schnell üppige Vermehrung erzielt werden.

Meine aquaristische Laufbahn 

begann im Alter von 14 Jahren mit einem 50 l-Becken, in dem das übliche Anfänger-Sammelsurium aus kleinen Sklaren, Guppys, Platys, Neonsalmler etc. schwamm. Zunächst war das neue Hobby eine Notlösung, weil mir meine Eltern kein Haustier erlaubten, das Lärm macht, stinkt oder Mist ausserhalb seines Behälters hinterlässt. Doch bald stellte ich fest, dass Aquaristik mehr ist als nur ein paar bunte Fische, die planlos hin und her schwimmen. 
Anfangs, als ich noch in Wien lebte und keinen Kontakt zu einem Verein hatte, hielt ich Fische, die mir in der Tierhandlung "ins Auge sprangen". Als ich in den Tullner Raum zog, fand ich bald zum Tullner Aquarienverein und somit Kontakt zu vielen anderen Aquarianern, was es mir ermöglichte, auch mal andere Fische zu bekommen, die nicht gerade zum Standardsortiment der Tierhandlungen gehören.
Ich kann jedem, der sich wirklich für die Aquaristik interessiert und nicht nur "irgendwas" in einem Glasbehälter als Zimmerschmuck schwimmen haben möchte, nur raten, den Kontakt zu Gleichgesinnten zu suchen. Das macht es wirklich viel interessanter. 

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